Orthopädie

Nachbericht Elternforum Wien zum Thema "Orthopädie" / Feb. 2016

Dr. Alexander Krebs vom Orthopädischen Spital in Speising / Wien berichtete über häufige Themen von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom.

  • Hüft-Röntgen: Auch wenn Hüft-Ultraschall nach der Geburt ok war, empfiehlt Dr. Krebs bei allen Kindern mit Down-Syndrom ein einmaliges Hüft-Röntgen im Alter von 6-8 Jahren zu machen, denn in diesem Alter könnte noch wirkungsvoll eingegriffen werden, falls sich bei der Hüfte Probleme für spätere Jahre bereits abzeichnen. Menschen mit Down-Syndrom haben nämlich ein deutlich höheres Risiko (rund 6%) von Hüft-Problemen als andere Menschen.

  • Fußprobleme, z.B. hypertoner Knickfuß: Einlagen/"zugerichtete Schuhe" können nicht die Fußstellung verbessern, aber Sie unterstützen die Betroffenen wirksam beim Auftreten. Das beste für den Fuß ist die Stärkung der Muskeln (Physiotherapie, barfuß gehen im Freien etc.). Bei starken Problemen kann rund um das 10. Lebensjahr operativ eine Schraube eingesetzt werden, die den Fuß unterstützt.

  • Skoliose: Bei auffälliger Verkrümmung des Rückens (ab ca. 10-15 Grad) unbedingt untersuchen lassen. Kontrolle besonders sinnvoll mit ca. 10 Jahren, da im Bedarfsfall in dieser Phase bis zum Ende des Wachstumsschubs (ca. 16 Jahre) durch Korsette einer Verschlechterung entgegengewirkt werden kann. Am besten wirken steife Korsette (allerdings Frage der Akzeptanz), besser angenommen werden elastische Modelle, denn die Tragedauer sollte 16h/Tag sein. Prävention (Vorbeugung): Hippotherapie (Reittherapie), therapeutisches Klettern.

  • Instabile Halswirbelsäule: Symptome: Schiefhals, Ausdauer, Inkontinenz, muskuläre Schwäche. Vorsicht vor allem bei Trampolinspringen u. Stürzen (Röntgen aber nur bei Beschwerden).

Dr. Krebs und seine Kollegen sind im Orthopädischen Spital erreichbar (Wartezeit auf Ambulanztermin - mit Überweisung - derzeit rund 5 Monate). In der Privatordination ca. 1 Monat. Weiters sind Dr. Krebs und seine Kollegen auch in Entwicklungszentren an einigen Tagen im Jahr unterwegs und machen dort auch Begutachtungen.